Demo­kra­tie

Spä­tes­tens seit der Auf­klä­rung ent­wi­ckel­ten Staats­theo­re­ti­ker Vor­gän­ger der heu­ti­gen Demo­kra­tie. Zu den Leit­fi­gu­ren der Geschich­te der Demo­kra­tie zäh­len: Charles de Mon­tes­quieu, John Locke, Jean-Jac­ques Rous­se­au etc. Das Kern­ele­ment der Demo­kra­tie ist die Volks­sou­ve­rä­ni­tät, d. h. alle Macht liegt beim Vol­ke. Das Volk soll der Sou­ve­rän sein.

In der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ist die Volks­sou­ve­rä­ni­tät im GG fest­ge­setzt:

„Alle Staats­ge­walt geht vom Vol­ke aus.“

Art. 20 Abs. 2 GG

Mit der all­ge­mei­nen Erklä­rung der Men­schen­rech­te im 18. Jh. lässt sich eine Herr­schaft von Men­schen über Men­schen nicht ver­ein­ba­ren. Herr­schaft für das Volk bedeu­tet dem­entspre­chend Herr­schaft durch das Volk.

Mit der Volks­sou­ve­rä­ni­tät gehen häu­fig Wah­len ein­her. Die prak­ti­sche Gestal­tung von Demo­kra­tien ist aller­dings höchst unter­schied­lich. Bei der Typi­sie­rung von Demo­kra­tien wer­den in der Poli­tik­wis­sen­schaft fol­gen­de Aspek­te beach­tet: reprä­sen­ta­ti­ve oder ple­bis­zi­tä­re Demo­kra­tie, par­la­men­ta­ri­sche oder prä­si­den­ti­el­le bzw. semi­prä­si­den­ti­el­le Demo­kra­tie.

Demo­kra­tie­for­men im Ver­gleich

Reprä­sen­ta­ti­ves Sys­tem
Das Volk wirkt mit­tel­bar über regel­mä­ßi­ge Wah­len an der Gesetz­ge­bung mit. Die Volks­ver­tre­ter sind Abge­ord­ne­te in einem gewähl­ten Par­la­ment. Bei den Abge­ord­ne­ten han­delt es sich um fach­kun­di­ge, pro­fes­sio­nel­le Poli­ti­ker. Die Par­ti­zi­pa­ti­on ist auf Wah­len, Par­tei­mit­glied­schaft und die Orga­ni­sa­ti­on in Ver­bän­den und Gewerk­schaf­ten beschränkt.
Ple­bis­zi­tä­res Sys­tem
Das Volk stimmt unmit­tel­bar über Geset­ze durch Volks­ab­stim­mun­gen (Ple­bis­zi­te) ab. Im rea­len Sys­tem gibt es meist den­noch ein reprä­sen­ta­ti­ves Organ (Par­la­ment), das u. a. die Gesetz­ent­wür­fe aus­ar­bei­tet. Bei­spie­le für „direk­te Demo­kra­tien“ sind die Schweiz, teil­wei­se eini­ge Bun­des­staa­ten der Ver­ei­nig­ten Staa­ten und ein­ge­schränkt Frank­reich.
Par­la­men­ta­ri­sche Demo­kra­tie
Die Amts­dau­er und Amts­füh­rung der Regie­rung hän­gen vom Ver­trau­en der Par­la­ments­mehr­heit ab. Die Regie­rung geht aus der Mehr­heit im Par­la­ment her­vor (Regie­rungs- ver­sus Oppositionsfraktion(en)). Beim Wech­sel der Mehr­heits­ver­hält­nis­se oder einem Ver­lust an Ver­trau­en kann das Par­la­ment die Regie­rung abberufen.Beispiel: Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land.
Prä­si­den­ti­el­le Demo­kra­tie
Die Regie­rung und das Par­la­ment sind von­ein­an­der rela­tiv unab­hän­gig. Die Amts­dau­er der Regie­rung ist ver­fas­sungs­recht­lich bin­dend. Die Regie­rung wird sepa­rat gewählt. Das Par­la­ment kann den Prä­si­den­ten wäh­rend sei­ner Amts­zeit nicht stür­zen. Ggf. hat der Prä­si­dent ein Par­la­ment gegen sind, d. h. die Par­la­ments­mehr­heit ist der Oppo­si­ti­on ange­hö­rig. Bei­spiel: die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka.
Allgemein Demo­kra­tie