In Demokratien unterscheidet man zwischen zwei Grundmodellen hinsichtlich der Partizipation der Bürger*innen.

Die Direkte Demokratie basiert auf dem Prinzip der Volkssouveränität und ermöglicht allen stimmberechtigten Bürger*innen die unmittelbare Teilnahme an politischen Entscheidungen durch Volksinitiativen, Volksbegehren und Volksabstimmungen. Meistens gibt es jedoch auch in diesen Demokratien ein repräsentatives Organ (Parlament), welches die Gesetzesentwürfe erarbeitet. Die von den Bürger*innen gewählten Vertreter sind an deren Aufträge gebunden und können nicht wieder abberufen werden(Imperatives Mandat).

In Deutschland kann es nur zu einem Volksentscheid kommen, wenn es für eine Neugliederung von Bundesländern der “Bestätigung durch Volksentscheid” (Art. 29 GG) bedarf. (Beispiel 1952: Aus den Bundesländern Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern entstand durch einen Volksentscheid das Bundesland Baden-Württemberg.)

Die Repräsentative Demokratie basiert ebenfalls auf dem Prinzip der Volkssouveränität. Die Kontrolle wird bei diesem System für die Dauer einer Wahlperiode durch das Parlament ausgeübt, welches vom Volk gewählt wurde und stellvertretend für dieses entscheidet. Die Partizipation der Bürger*innen ist auf Wahlen und die Mitwirkung in Parteien beschränkt. Die gewählten Vertreter*innen sind an keine Aufträge gebunden und sollen im Sinne der Allgemeinheit entscheiden(Freies Mandat).

Vertreter der Repräsentativen Demokratie sind der Auffassung, dass viele wichtige politische Fragen zu komplex dafür sind, um sie von “Laien” entscheiden lassen zu können. Daher übergibt man diese Aufgabe Vertretern, welche sich mit dem unterschiedlichen Themenbereichen auskennen.